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Weiterentwicklung Dateninfrastruktur

In der 5. Berufungsperiode hat der FDI Ausschuss in Zusammenarbeit mit dem RatSWD umfassende Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Forschungsdatenzentren (FDZ) unternommen. Verfahren wurden angepasst und transparenter gestaltet, Impulse für die Harmonisierung von Prozessen zwischen den FDZ gesetzt und eine gemeinsame Strategiefähigkeit erreicht. Die nationale sowie internationale Sichtbarkeit und Anschlussfähigkeit der sozial-, verhaltens- und wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsdateninfrastruktur in Deutschland konnte durch verschiedene Aktivitäten gesteigert und deren einmalige Struktur damit weiter etabliert werden. Ein Großteil der FDZ bietet beispielsweise englischsprachige Onlineportale und Datendokumentationen an, um den Zugang zu Informationen für internationale Forschende zu erleichtern. In einem auch zeitlich abgestimmten Prozess konnten zahlreiche Fortschritte für Datennutzende, Datenproduzierende und die Forschungsförderung erreicht werden.

Überarbeitung der Richtlinien und Kriterien für die Akkreditierung

In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit Mitgliedern des FDI Ausschusses und des RatSWD (AG Akkreditierung) wurden die Kriterien zur Akkreditierung von FDZ kritisch geprüft und überarbeitet. Die novellierten Akkreditierungskriterien sehen nur einige wenige zwingend erforderliche Pflichtkriterien sowie zusätzliche Informationskriterien vor. Die Pflichtkriterien sind: (1.) mindestens ein Datenzugangsweg, (2.) die Bereitstellung ausreichender Dokumentationen zu den Daten und (3.) ein Konzept zur langfristigen Verfügbarmachung der Daten. Ein neuer Leitfaden trägt zur Transparenz des Verfahrens bei und erleichtert den Akkreditierungsprozess für neue Datenzentren. Zudem muss das FDZ sein operatives Geschäft aufgenommen haben.

 

Vorsitzende:

  • Tatjana Mika
    Deutsche Rentenversicherung

Weitere Mitglieder:

  • Dr. Holger Alda
    Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
  • Heribert Engstler
    Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA)
  • Dr. Daniel Fuß
    Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi)
  • Dr. Sandra Gottschalk
    Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)
  • Dr. Kerstin Schmidtke
    Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter der Länder
  • David Schiller
    Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
  • Dr. Felix Weiss
    GESIS – German Microdata Lab

Überarbeitung des regelmäßigen Berichtswesens

Aufbauend auf den überarbeiteten Akkreditierungskriterien hat eine weitere gemeinsame Arbeitsgruppe von FDI und RatSWD (AG Berichtswesen) eine neue Vorlage für regelmäßige Berichte und damit für ein gezieltes Monitoring ausgearbeitet. Alle akkreditierten FDZ beteiligen sich an diesem jährlichen Berichtswesen durch die Beantwortung eines Fragebogens. Dabei wird auch die kontinuierliche Einhaltung der Akkreditierungskriterien überprüft.

 

Vorsitzender:

  • Dr. Jan Goebel
    Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

Weitere Mitglieder:

  • Prof. Dr. Cordula Artelt
    Universität Bamberg, Mitglied des RatSWD
  • Dr. Holger Alda
    Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
  • Prof. Dr. Kai Maaz
    Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), Mitglied des RatSWD
  • Holger Quellenberg
    Deutsches Jugendinstitut
  • Dr. Sophie Rosenbohm
    SFB 882 Forschungsdatenzentrum – Universität Bielefeld
  • Dr. Kerstin Schmidtke
    Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter der Länder
  • Dr. Felix Weiss
    GESIS – German Microdata Lab

Veröffentlichung eines jährlichen Tätigkeitsberichts

Der erstmals vom RatSWD veröffentlichte Tätigkeitsbericht der akkreditierten FDZ für das Jahr 2015 (RatSWD Output 7) zeigt deren wissenschaftliche und organisatorische Bandbreite auf. Die Struktur und das weite Leistungsspektrum der FDZ werden mit diesem und künftigen Tätigkeitsberichten fortlaufend transparent gemacht – auch um die Fortführung des interdisziplinären und internationalen Austauschs zu erleichtern. Der Tätigkeitsbericht für das Jahr 2015 wurde von einer hierfür eingesetzten Pilot-Monitoring-Kommission verfasst, die gleichzeitig das Verfahren zur Auswertung der vorliegenden Berichte evaluiert und nachjustiert hat.

Evaluation und Reakkreditierung

Zur kontinuierlichen Qualitätssicherung wurden eine Monitoring- und eine Evaluationskommission eingesetzt, die die Akkreditierung und das jährliche Berichtswesen der FDZ systematisch begleiten. Darüber hinaus erfolgte die Einrichtung einer Beschwerdestelle bei der Geschäftsstelle des RatSWD, um den Umgang mit Beanstandungen in den FDZ zu standardisieren und transparent zu gestalten. Die Einsetzung erfolgte auf Basis der Empfehlungen einer dritten Arbeitsgruppe (AG Evaluation und Reakkreditierung), welche Vorschläge für geeignete Mechanismen und Verfahren zur Beurteilung der Qualität der Forschungsdateninfrastruktur erarbeitet hat.

 

Vorsitzende:

  • Tatjana Mika
    Deutsche Rentenversicherung

Weitere Mitglieder:

  • Doris Bambey
    Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)
  • Prof. Dr. Thomas K. Bauer
    Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI Essen), Mitglied des RatSWD
  • Prof. Dr. Manfred Ehling
    Statistisches Bundesamt, Mitglied des RatSWD
  • Heribert Engstler
    Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA)
  • Dr. Daniel Fuß
    Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi)
  • Dr. Sandra Gottschalk
    Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)
  • Heike Habla
    Statistisches Bundesamt (DESTATIS)
  • Prof. Regina T. Riphahn, PhD.
    Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Vorsitzende RatSWD
  • Dr. Pascal Siegers
    GESIS – Allbus

Harmonisierung: Web, Dokumentation, Outputkontrolle

Viele operative Arbeiten bieten für alle Forschungsdatenzentren (FDZ) vergleichbare Herausforderungen. Hier kann eine Harmonisierung von Standards, Arbeitsschritten und Dokumentationen, ebenso wie ein Methodenabgleich bei der Outputkontrolle zu Effizienzgewinnen führen.

 

Vorsitzender:

  • PD  Dr. Erich Weichselgartner
    Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID)

Weitere Mitglieder:

  • Daniel Bela
    Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi)
  • Maurice Brandt
    Statistisches Bundesamt (DESTATIS)
  • Rüdiger Dölle
    Robert Koch-Institut (RKI)
  • Lea Eilers
    Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI Essen)
  • Dr. Barbara Grave
    Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
  • Prof. Dr. Monika Jungbauer-Gans
    Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), Mitglied des RatSWD
  • Dr. Katharina E. Kinder-Kurlanda
    GESIS (extern)
  • Heike Mittelmeier
    ifo Institut
  • Dr. Anja Perry
    GESIS – PIAAC
  • David Schiller (bis Dez. 2015)
    Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)

Metastrukturen: Datenzugang und FDZ-Landschaft

Im Ständigen Ausschuss FDI wurden zudem erste Schritte unternommen, sich zukünftig noch stärker als bisher als koordinierte Infrastruktur aufzustellen, von deren gemeinsamen Standards sowohl die Datenproduzierenden als auch die Datennutzenden profitieren. Im Rahmen der Arbeitsgruppe Harmonisierung und Metastrukturen wurden hierzu Vereinheitlichungspotenziale zwischen den Datenzentren identifiziert und anschließend Handlungsempfehlungen erarbeitet.

 

Mitglieder:

  • Stefan Bender
    Deutsche Bundesbank, Stellv. Vorsitzender RatSWD
  • Maurice Brandt
    Statistisches Bundesamt (DESTATIS)
  • Dr. Laura Castiglioni
    pairfam
  • Hans-Josef Fischer
    IT.NRW (Information und Technik Nordrhein-Westfalen), Mitglied des RatSWD
  • Brigitte Haustein
    GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften
  • Marcel Hebing
    SOEP
  • Sabine Ohsmann
    Deutsche Rentenversicherung, Mitglied des RatSWD
  • PD  Dr. Erich Weichselgartner
    Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID)

Task Force Forschungsdatenmanagement

Neben der Qualitätssicherung innerhalb der Forschungsdatenzentren (FDZ) befasst sich der Ständige Ausschuss Forschungsdateninfrastruktur (FDI Ausschuss) auch mit den praktischen Herausforderungen in Zusammenhang mit Datenmanagementplänen für die Forschung. In der 5. Berufungsperiode haben der RatSWD und der FDI Ausschuss deswegen in einer gemeinsamen Task Force umfangreiche Leitfragen zur Erstellung von Forschungsdatenmanagementplänen für die Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften erarbeitet. Antragstellenden und Förderern wurde eine Orientierungshilfe an die Hand gegeben und eine Angleichung von Datenmanagementplänen wurde initiiert. Als Grundlagen hierfür dienten bereits bestehende nationale und internationale Empfehlungen sowie Ergebnisse aus dem fortwährenden Erfahrungsaustausch zwischen den vom RatSWD akkreditierten FDZ.

Die Handreichung „Forschungsdatenmanagement in den Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften“ wurde als dritter Band der RatSWD Output Series im Juni 2016 veröffentlicht und an zahlreiche Stakeholder versandt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Leitlinie als fachspezifische Empfehlung zum Umgang mit Forschungsdaten aufgenommen und verweist auf ihrer Homepage zum Umgang mit Forschungsdaten bei der Antragsstellung auf die Arbeit des RatSWD.

 

Vorsitzender:

  • Prof. Dr. Stefan Liebig
    Universität Bielefeld

Weitere Mitglieder:

  • Dr. Laura Castiglioni
    pairfam
  • Prof. Dr. Monika Jungbauer-Gans
    Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), Mitglied des RatSWD
  • Dr. Poldi Kuhl
    Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)
  • Alexia Meyermann
    Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)
  • Dr. Sebastian Netscher
    GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften
  • Dr. Sophie Rosenbohm
    SFB 882 Forschungsdatenzentrum – Universität Bielefeld
  • Dr. Thomas Schmidt
    Institut für Deutsche Sprache
  • Prof. Dr. Jörg Strübing
    Eberhard Karls Universität Tübingen, Mitglied des RatSWD
  • PD Dr. Erich Weichselgartner
    Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID)

Task Force FDI Strategie

Aufbauend auf diesen Ergebnissen wurden Prozesse zur weiteren strategischen Ausrichtung der Forschungsdateninfrastruktur in den empirischen Sozial-, Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaften angestoßen. Zielsetzung der dafür gegründeten Task Force FDI Strategie ist es, die interdisziplinäre Forschungsdateninfrastruktur international anschlussfähig zu gestalten und die Datenzentren in eine noch stärker föderierte, aufeinander abgestimmte Struktur zu überführen. Der Prozess der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Standards innerhalb der Forschungsdateninfrastruktur soll so angelegt sein, dass sowohl die Datenproduzierenden als auch die Datennutzenden profitieren.

Die Verständigung auf weitreichende Standards soll in den kommenden Jahren intensiviert werden. Forschungsdaten der FDZ sollen international nicht nur auffindbar und zugänglich, sondern grundsätzlich zwischen verschiedenen Infrastrukturen interoperabel sein, so dass beispielsweise eine Nachnutzung der Daten erleichtert und deren Potenzial zur wissenschaftlichen Verwendung erhöht wird. Auch Fragen der Archivierung von Datensätzen sowie der Kompetenzbildung von Datennutzenden – beispielsweise durch Schulungen – werden in den kommenden Jahren stärker fokussiert.