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RatSWD Newsletter 01/2026

März 2026

News

Bericht zur 75. Sitzung des RatSWD
Am 26. und 27. Februar 2026 kam der RatSWD zu seiner 75. Sitzung am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) zusammen. Auf der Tagesordnung der Jubiläumssitzung standen unter anderem die jüngsten Entwicklungen zum Forschungsdatengesetz (siehe nächsten Absatz), der Zugang zu Forschungsdaten von Online-Plattformen und -diensten gemäß Artikel 40 des Digital Services Act sowie systematische Probleme und Qualitätsdefizite von ungarischen EU-SILC-Einkommensdaten, die durch ungarische Wissenschaftler:innen aufgedeckt wurden. Während der Sitzung gab es auch einen Austausch mit der Data & Digital Science Community (DaDiSC), die in einem Positionspapier die Bedeutung von Data und Digital Science betont. Sie fordert darin eine nachhaltige Stärkung des Austauschs von Methodenexpertise und der Kompetenzentwicklung, insbesondere in den Sozialwissenschaften.

Aktuelles zum Forschungsdatengesetz
Das Forschungsdatengesetz (FDG) ist eine große Chance für die Forschung und evidenzbasierte Politik in Deutschland. Der RatSWD hat am 10. Februar eine Stellungnahme zum Referentenentwurf des BMFTR veröffentlicht, die von 17 Organisationen mitgezeichnet wurde. Wir freuen uns über die breite Unterstützung unserer Position. Im Interview mit Jan-Martin Wiarda bezeichnet die RatSWD-Vorsitzende, Prof. Dr. Kerstin Schneider, den Entwurf für ein FDG als „Durchbruch“ und „Meilenstein für die Wissenschaft“, sieht aber noch Handlungsbedarf, etwa bei der Einbindung von Gesundheitsdaten sowie der Nachbesserungen bei Löschfristen von Daten.
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Anmeldung zur 10. Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten (10|KSWD)
Am 22. und 23. Juni 2026 findet die 10. Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten (10|KSWD) unter dem Motto „Data4Society“ im Langenbeck-Virchow-Haus statt. Die Anmeldung beginnt planmäßig am 23. März 2026. Bitte melden Sie sich frühzeitig zur Konferenz an! Wir freuen uns auf Sie und die gemeinsamen Diskussionen über die Infrastruktur zur Forschung mit Daten und deren Bedeutung für Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.
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RatSWD-Stellungnahme zur Ausgestaltung der NFDI
Bereits Anfang Januar legte der RatSWD eine Stellungnahme zur Ausgestaltung der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) vor. Im Vorfeld des 8. NFDI-Symposiums der Leibniz-Gemeinschaft, das am 13. Januar in Berlin stattgefunden hat, nimmt der Rat damit Bezug auf das Gutachten des Wissenschaftsrates (WR) sowie auf den Bericht des Rates für Informationsinfrastrukturen (RfII) zur Strukturevaluation der NFDI. Er befürwortet das Vorhaben der Verstetigung der NFDI ausdrücklich. Gleichzeitig fordert der Rat eine stärkere und formal verankerte Einbindung der Communities in die NFDI.
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Neues aus KonsortSWD

Netzwerktreffen 2026 am DIPF in Frankfurt
Am 23. und 24. Februar fand das jährliche Netzwerktreffen von KonsortSWD mit über 50 Teilnehmenden am DIPF | Leibniz‑Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt am Main statt. Am ersten Tag stand der Austausch mit anderen NFDI‑Konsortien und den Basisdiensten der NFDI im Mittelpunkt. In einer Podiumsdiskussion zur Frage, wie die NFDI nutzerfreundlich und mit nachhaltigen Diensten die Zukunft gestalten kann, diskutierten Dr. Barbara Ebert (NFDI4Biodiversity), Prof. Dr. Juliane Fluck (NFDI4Health), Dr. Ulrich Krieger (BERD@NFDI), Dr. Thorsten Trippel (Text+) sowie Prof. Dr. Christof Wolf und Dr. Bernhard Miller (beide KonsortSWD). Am zweiten Tag richtete sich der Blick nach innen, um in verschiedenen Formaten Strategien zur Stärkung und Weiterentwicklung von KonsortSWD – NFDI4Society zu entwickeln.

FlexFunds im Bereich Forschungsdatenmanagement
KonsortSWD – NFDI4Society vergibt 2027 erneut FlexFunds für die Weiterentwicklung und Integration von leistungsfähigen Tools für das Forschungsdatenmanagement (FDM) insbesondere sensibler Daten. Der Call for Proposals läuft noch bis zum 15. April 2026. Gefördert werden Projekte, die zur Verbesserung, Erweiterung oder nachhaltigen Nutzung von FDM-Tools insbesondere für sensible Daten beitragen. Nähere Angaben zur Zielgruppe, zu den Beurteilungskriterien und den formalen Anforderungen sowie das Antragsformular finden Sie im ausführlichen Call for Proposals.
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Datenschatz veröffentlicht: „20 Jahre Protestbefragung“
Proteste sind eine zentrale Form politischer Partizipation jenseits von Wahlen, die gesellschaftliche Konflikte und dahinterstehende politische Einstellungen sichtbar machen. Während allgemeine Bevölkerungsumfragen Protestbeteiligung nur oberflächlich erfassen, liefern ereignisbezogene Demonstrationsbefragungen tiefere Einblicke in Motive, Einstellungen und soziodemografische Merkmale der Teilnehmenden. Das Institut für Protest- und Bewegungsforschung hat jetzt eine bislang nicht öffentlich zugängliche Sammlung von 31 Protestbefragungen aus Deutschland und Polen systematisch aufbereitet und harmonisiert, um sie über GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften zugänglich zu machen. Das Projekt wurde im Rahmen der Ausschreibungsrunde 2023 der FDM‑Projektförderung von KonsortSWD gefördert.
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Befragung von Datenprovidern zu NFDI-Basisdiensten gestartet
Seit Februar läuft eine Befragung von Datenprovidern zu den NFDI-Basisdiensten im Rahmen der Begleitforschung zu Base4NFDI. In qualitativen Interviews geht es darum, wie Provider Basisdienste implementieren und nutzen, aber auch welche epistemische Rolle Datenprovider im deutschen Wissenschaftssystem spielen. Die Studie wird vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) durchgeführt.

KODAQS Data Quality Academy Individual Training gestartet
Das Kompetenzzentrum Datenqualität in den Sozialwissenschaften (KODAQS) fördert das Verständnis von Datenqualität und unterstützt Forschende dabei, die Qualität sozialwissenschaftlicher Daten systematisch zu prüfen, kritisch zu reflektieren und gezielt zu verbessern. Mit dem Individual Training bietet die KODAQS Academy eine kostenlose und flexible Lernressource für Forschende, die ihre Kompetenzen im Bereich der Datenqualität ausbauen möchten. Das Programm richtet sich an Forschende aller Karrierestufen, die mit sozialwissenschaftlichen Daten arbeiten.
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Publikationen

KonsortSWD Working Paper 15/2026
Forschungsdatenmanagement und Data Sharing qualitativer Daten – Eine Handreichung
Mozygemba, K., Gebel, T., Hanekop, H., Köchling, S., Lösch, T., Reineke, S., Schierbaum, K.
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RatSWD Working Paper 289/2026
Ten Years Data Observer ‒ A service for empirical researchers in economics
Wagner, J.
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Error needs culture! Exploring the relationship between error culture and openness
Frank, M., Miller, B., Vosskuhl, J., Zänkert, S., Heßelmann, F., Jolliffe, J.
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Veranstaltungshinweise

Meet-the-data@Bildungsdaten
Neue Perspektiven in der Forschung zu den Kompetenzen Erwachsener: Das PIAAC Scientific Use File 2023
Donnerstag, 19. März 2026, online
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Do they really guide? Guidelines for the use of LLMs in scholarly publishing
Mittwoch, 25. März 2026
GESIS, Mannheim
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Meet-the-data@Bildungsdaten
BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung – Arbeit und Beruf im Wandel, Erwerb und Verwertung beruflicher Qualifikationen
Donnerstag, 16. April 2026
Weitere Informationen und Anmeldung

Herausgeber
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH
Projekt KonsortSWD/RatSWD
Reichpietschufer 50
10785 Berlin
Tel.: 030 25491-820
E-Mail

Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der Erweiterung und Verbesserung der Forschungsdateninfrastruktur für die empirischen Sozial-, Verhaltens-, Bildungs- und Wirtschaftswissenschaften. Der RatSWD ist Teil des Konsortiums „KonsortSWD – NFDI4Society“ in der Nationalen Forschungsdateninfrastuktur (NFDI).