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08
Juli
2026

Was, wenn Datenrepositorien schließen (müssen)?

RatSWD und KonsortSWD – NFDI4Society nehmen die Sicherung gefährdeter Datenbestände und deren dauerhafte Zugänglichmachung künftig stärker in den Blick.

Die Wissenschaft verlässt sich beim Zugang zu wichtigen Daten auf eine Reihe von Repositorien. Diese Bibliotheken des digitalen Zeitalters nehmen damit eine Schlüsselrolle für die zunehmend datenintensive Wissenschaft ein. Eine Gruppe von Datenexperten aus dem FDZ-Netzwerk von KonsortSWD und RatSWD um Jonas Recker hat sich nun mit der Frage befasst, was passiert, wenn solche Repositorien in Schwierigkeiten geraten.

Derzeit bekommen wir in den USA vorgeführt, dass solche Schwierigkeiten politischer Natur sein können. Das Beispiel des Bonner Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) aber zeigt, dass es auch andere Gründe geben kann, die Daten kurzfristig nicht mehr verfügbar machen können.

Publiziert wurde nun eine Vorlage für Datenrepositorien, um sich besser auf mögliche – auch kurzfristige – Schließungen vorzubereiten. Der Beitrag richtet sich zudem an Datenrepositorien, die potenziell Datenbestände eines schließenden Repositoriums übernehmen und umfasst organisatorische Rahmenbedingungen, technische Voraussetzungen und rechtliche Aspekte einer möglichen Datenübernahme. 

„Manchmal ist die Schließung eines Repositoriums ein geplantes Ereignis, etwa am Ende eines geförderten Projekts oder wenn die archivierten Daten ihren Zweck erfüllt haben. Häufig treten jedoch Mittelkürzungen oder ähnliche Gründe unerwartet ein. In solchen Fällen bleiben den Repositorien oft nicht genügend Zeit und Ressourcen, um eine Organisation zu finden, die bereit und in der Lage ist, Teile der Datensammlung zu übernehmen und die Übergabe vorzubereiten.“ (Übersetzung aus dem Abstract)

Bemerkenswert ist, dass CoreTrustSeal in einer Pressemitteilung den von den Autor:innen entwickelten Ansatz nachdrücklich unterstützt. CoreTrustSeal ist eine internationale, community-basierte Stiftung, die die Vertrauenswürdigkeit eines Datenzentrums zertifiziert. Die Organisation betont angesichts der immensen Herausforderungen für Datenrepositorien, dass klare, praxisnahe Instrumente die Community dabei unterstützen können, widerstandsfähiger zu werden und die langfristige Verfügbarkeit zentraler Forschungsdaten zu sichern.

Vor dem Hintergrund der DFG-Förderinitiative zur Sicherung gefährdeter Datenbestände und zur Datenresilienz gewinnen solche Ansätze zusätzlich an Bedeutung. Sie unterstützen Repositorien dabei, gefährdete Datenbestände zu sichern und stärken damit die Resilienz von Dateninfrastrukturen für die Forschung in Deutschland und Europa.

RatSWD und KonsortSWD – NFDI4Society werden sich auch künftig gemeinsam dafür einsetzen, gefährdete Datenbestände zu sichern und tragfähige Lösungen für deren dauerhafte Zugänglichmachung zu entwickeln.