Was ist ein FDZ?
Was macht ein vom Rat für Sozial‑ und Wirtschaftsdaten (RatSWD) akkreditiertes Forschungsdaten‑ zentrum (FDZ) und wodurch zeichnet es sich aus?
Wozu brauchen wir FDZ?
Die vom RatSWD akkreditierten Forschungsdatenzentren (FDZ) stellen der Wissenschaft sensible, häufig auch in Verwaltungsprozessen anfallende Daten über sichere Zugangswege und nach transparenten Regeln zur Nachnutzung bereit. So ermöglichen sie Forschenden einen eigenständigen Umgang mit den Daten.
FDZ sind unterschiedlich organisiert und verortet – etwa in außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Universitäten, Vereinen, Behörden oder Ressortforschungseinrichtungen. FDZ erfüllen gemeinsame Standards, z. B. bei der Erhebung, Aufbereitung, Anonymisierung oder Pseudonymisierung, Speicherung, Dokumentation, Bereitstellung und Qualitätssicherung von Daten für die Forschung. Sie beschäftigen wissenschaftliches Personal mit speziellem Wissen über das Datenangebot, um Forschende bei Anfragen zu den Daten qualifiziert beraten zu können. Auch darüber hinaus bieten sie ein umfangreiches Serviceportfolio an, das u. a. Schulungen, Arbeitshilfen und Konferenzen oder die Aufnahme von externen Daten umfasst. Gemeinsame technische und organisatorische Ansätze erleichtern einen nutzungsfreundlichen und rechtssicheren Datenzugang. Das thematisch breite und qualitätsgesicherte Angebot stärkt die datenbasierte Forschung.
Gesellschaftlicher Beitrag
Das umfangreiche Datenangebot der FDZ bildet die zentrale Grundlage für belastbare Analysen gesellschaftlicher Entwicklungen oder die Evaluation politischer Maßnahmen. Aus dem datengestützten Wissen lassen sich gemeinwohlorientierte Lösungsansätze für komplexe gesellschaftliche Herausforderungen ableiten.
Qualitätssicherung
Der RatSWD hat gemeinsam mit den akkreditierten FDZ eine Bottom-up-Governance zur Sicherung der Qualität der Forschungsdateninfrastruktur aufgebaut. Der Akkreditierung der FDZ liegt ein Kriterienkatalog zugrunde, der zum einen die Einhaltung relevanter Standards durch neue FDZ sicherstellt. Zum anderen dient er als Grundlage für die jährliche Qualitätskontrolle innerhalb der bestehenden FDZ-Landschaft. Diese Mindeststandards werden regelmäßig überarbeitet und an aktuelle Entwicklungen und Rahmenbedingungen angepasst, um die Infrastruktur konsequent an den Bedarfen der Forschung auszurichten.
Zugangswege
FDZ stellen ihr Datenangebot abhängig vom Detailgrad und dem Schutzniveau der enthaltenen Informationen auf unterschiedliche Weise zur Verfügung.
- Für hoch sensible Daten ermöglichen viele FDZ die Analyse in einer kontrollierten Umgebung vor Ort (Gastwissenschaftsarbeitsplätze) oder via Ferndatenzugriff (Remote Access).
- Für weniger sensible, aber nicht vollständig anonymisierte Daten erleichtern die meisten FDZ die Datennutzung mithilfe von Scientific Use Files, die unter Sicherheitsauflagen geschützt übermittelt werden und off-site nutzbar sind.
- Für vollständig anonymisierte Daten stellen FDZ zum Teil Public Use Files als freien Download bereit. Speziell für die universitäre Lehre aufbereitete Daten werden häufig als Campus Use Files angeboten.

Datenschutz
Kernaufgabe eines akkreditierten FDZ ist die Bereitstellung sensibler Forschungsdaten unter Berücksichtigung datenschutzrechtlicher und ethischer Rahmenbedingungen. FDZ sorgen dabei für den Ausgleich zwischen den Anforderungen der informationellen Selbstbestimmung und Datensicherheit einerseits und einer maximalen Informationstiefe für die Beantwortung von vielfältigen Forschungsfragen andererseits. Dazu greifen sie auf Maßnahmen wie Anonymisierung und Pseudonymisierung, technische Vorkehrungen, rechtliche Vereinbarungen und die Prüfung auf Re-Identifikationsmöglichkeiten zurück.
Finanzierung
Akkreditierte FDZ brauchen über die sie tragenden Einrichtungen eine verlässliche Grundfinanzierung für Personal und IT-Infrastruktur (z. B. zur Langzeitsicherung der Daten). Sie stellen ihr Datenangebot in der Regel kostenfrei für Forschungszwecke zur Verfügung. Sofern Kosten für den Datenzugang anfallen, ist das entsprechende Entgeltmodell transparent dargestellt.
Zugangsberechtigte Personen
Akkreditierte FDZ stellen einen gleichberechtigten und fairen Zugang zum Datenangebot für Forschende im Rahmen der jeweiligen Regelungen zur Datennutzung sicher (z. B. festgelegt in Verträgen oder gesetzlichen Regelungen). Der Datenzugang kann auf Beschäftigte wissenschaftlicher Einrichtungen beschränkt sein, die mit unabhängiger Forschung betraut sind
Sensible Daten
FDZ verarbeiten vor allem sensible Daten. Diese enthalten Informationen, die vor einer unberechtigten Offenlegung geschützt werden müssen. Darunter fallen personenbezogene Daten oder detaillierte Informationen zu Unternehmen. Die Gewährleistung weitreichender Schutzmechanismen für diese Art von Forschungsdaten unterscheidet die akkreditierten FDZ von Anbietern nicht sensibler und nicht zugangsbeschränkter Daten (Open Data).
Was macht ein Forschungsdatenzentrum (FDZ) aus?
- Rat für Sozial und Wirtschaftsdaten (RatSWD) (2026). Was macht ein vom Rat für Sozial- und Wirtschafts daten (RatSWD) akkreditiertes Forschungsdatenzentrum (FDZ) und wodurch zeichnet es sich aus? Berlin, Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD). https://doi.org/10.17620/02671.101