Krisen- und katastrophenbezogene Inhalte in sozialwissenschaftlichen Bevölkerungsumfragen
Publikationsdetails
ABSTRACT
In Zeiten multipler Krisen – Epidemien, Naturgefahren, Bedrohungen innerer und äußerer Sicherheit – sind die Ergebnisse sozial-, verhaltens- und wirtschaftswissenschaftlicher
Forschung von zentraler Bedeutung, um gesellschaftliche Zusammenhänge aufzuzeigen und
politische Handlungsbedarfe ableiten zu können. Grundlage dafür sind qualitätsgeprüfte
empirische Daten über die Bevölkerung, aber auch Betriebe und Unternehmen.
Dieser Beitrag stellt den Bedarf an Forschungsdaten dar, auf deren Basis sozial-, verhaltens-und wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse für ein evidenzbasiertes Handeln der beteiligten Akteure in Krisen-, Katastrophen- und Bedrohungssituationen gewonnen werden können. Es werden die von Expertinnen und Experten der Krisen- und Katastrophenforschung und des praktischen Bevölkerungsschutzes als am relevantesten eingeschätzten Themen identifiziert. Einige der wichtigsten Befragungsstudien der gesellschaftlichen Dauerbeobachtung in Deutschland, die bestimmte Auswahlkriterien – Erhebung von Mikrodaten, Zufallsstichproben, längsschnittliche Daten, Georeferenzierung – erfüllen, werden analysiert und bestehende Lücken in den relevanten Themenbereichen aufgezeigt, um daraus den Erweiterungsbedarf der sozialwissenschaftlichen Forschungsdateninfrastruktur abzuleiten. Schließlich werden Vorschläge für Umsetzungsmaßnahmen und eine bessere Vernetzung und Koordination von
Forschung, Praxis und Datenproduktion diskutiert, um in akuten Krisen- und Katastrophensituationen schnell reagieren und Daten verfügbar machen zu können.
Keywords: Dateninfrastruktur, Surveys, Panelstudien, Erhebungsinstrumente, Krisen, Katastrophen, Bevölkerungsschutz
