| C – Daten in der Forschung. Umgang mit Herausforderungen I
- Bernd Fitzenberger, Karolin Hiesinger, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
Politikevaluation als gesetzlicher Auftrag: das Teilhabechancengesetz als Fallbeispiel PräsentationDetails In ihrem Koalitionsvertrag haben sich die aktuellen Regierungsparteien zur Vorlage eines Forschungsdatengesetzes bekannt. Dieses Gesetz ist dringend notwendig, da existierende Daten in weitestmöglicher Form für eine evidenzbasierte Politikberatung bereit stehen sollten. Nur auf einer breiten Datengrundlage können Gesetze auf ihre Wirksamkeit hin analysiert und valide Bewertungen vorgenommen werden. Dabei bergen insbesondere Individualdatensätze, bei denen Befragungsdaten mit Zustimmung der Befragten mit verschiedenen administrativen Datenquellen verknüpft werden, großes Potenzial für Forschung und Politikberatung. Denn zusätzliche Informationen aus Befragungen, welche in den administrativen Daten nicht enthalten sind (z. B. subjektive Einschätzungen), können vertiefte und spezifische Einblicke in bestimmte Sachverhalte liefern. Am Beispiel von Forschung am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird aufgezeigt, wie der Datenzugang zu Sozialdaten unter Wahrung des Datenschutzes geregelt wird und wie mit empirischen Analysen basierend auf verknüpften Datensätzen eine wichtige Politikreform begleitend evaluiert wird. Bei dieser Politikreform handelt es sich um das Teilhabechancengesetz (THCG), das zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist und das die Arbeitsmarktintegration von Langzeitarbeitslosen mithilfe von Lohnkostenzuschüssen und begleitendem Coaching verbessern soll. - Hannes Wünsche, Patrick Schmich, Robert-Koch-Institut
Die Datenkuration des RKI-Panel - FAIR Data by Design, EHDS readyDetailsDas RKI-Panel „Gesundheit in Deutschland“ ist die Studieninfrastruktur des Robert Koch-Instituts für repräsentative Befragungen zur gesundheitlichen Lage der Bevölkerung mit über 40.000 Teilnehmenden. Ziel ist die zeitnahe Bereitstellung epidemiologischer Daten zu zentralen Gesundheits- und Lebensumwelt-Themen als evidenzbasierte Grundlage für Politik, Prävention und Versorgung.Um den aktuellen Herausforderungen im Bereich der Arbeit mit Gesundheitsdaten zu begegnen (u.a. Recod Linkage, Federated Learning), wird das Datenmanagement und die zugehörige technische Infrastruktur des RKI-Panels seit 2025 grundlegend überarbeitet. Ziel ist ein vollständig FAIR- und EHDS-konformes Datenmanagement. Um dies zu erreichen wird bei zentralen Elementen der Datenkurration auf offen Standards, Informationsobjekte und Technologien gesetzt. Datenquellen, Kontextmaterialien und Transformationen werden so vollständig nachvollziehbar und bilden die Grundlage für Transparenz, Reproduzierbarkeit.Der Vortrag stellt die Struktur des Panel Datenmanagements vor und fokussiert dabei folgende Aspekte:>> Datenerhebung auf Basis von Datapackage- oder FHIR-Profilen, wodurch standardisierte, interoperable und maschinenlesbare Datenstrukturen geschaffen werden>> Zentrale Erfassung Studienmetadaten>> Versionierte Steuerung und Dokumentation der Prozess- und Verarbeitungsschritte über die Workflow-Orchestrierung mit Dagster - Alexander Dunkel, Leibniz Institute of Ecological, Urban and Regional Development
Responsible Geosocial Data Pipeline: Ein Privacy-by-Design Ansatz zur Nutzung digitaler Spuren in der Raumentwicklung Präsentation Details Die Integration von nutzergenerierten, geosozialen Daten (z. B. Social Media) in die räumliche Planung bietet neue Chancen, kollektive Wahrnehmungsmuster und Raumnutzung zu verstehen. Die Verarbeitung dieser sensiblen Daten steht jedoch im Spannungsfeld zwischen Erkenntnisgewinn und striktem Datenschutz. Dieser Beitrag stellt die „Responsible Geosocial Data Pipeline“ vor, ein Infrastrukturkonzept zur ethischen Nutzbarmachung opportunistischer Datenströme, basierend auf Ergebnissen einer aktuellen Habilitationsschrift.Kern des Ansatzes ist ein Privacy-by-Design-Workflow, der die probabilistische Datenstruktur HyperLogLog (HLL) nutzt. Anstatt personenbezogene Rohdaten dauerhaft zu speichern, werden diese unmittelbar in anonyme statistische Abstraktionen (Sketches) überführt. Dies verunmöglicht eine Re-Identifikation, erlaubt aber weiterhin präzise Mengenschätzungen und komplexe Schnittmengenanalysen (z. B. Unterscheidung Touristen/Einheimische).Validiert wurde der Ansatz durch die Analyse „Digitale Spuren in der Landschaft“, welche global verteilte Datenpunkte über 15 Jahre für Deutschland synthetisiert, ohne die Privatsphäre der Nutzenden zu gefährden. Der Beitrag skizziert den Weg von der Methode zu einer permanenten Forschungsdateninfrastruktur. Ziel ist es, die Lücke zwischen volatilen Plattformdaten und den Anforderungen einer robusten, evidenzbasierten Politikberatung zu schließen und einen sicheren Zugang zu gesellschaftlich relevanten Verhaltensdaten zu gewährleisten. - Mario Datts, Tarek Skouti, DLR Projektträger
Verknüpfung programmgenerierter Bildungsdaten mit amtlichen Sozialindikatoren: Potenziale und Grenzen am Beispiel des DigitalPakts Schule Details In der öffentlichen und politischen Debatte werden Bildungsförderprogramme zunehmend an gesamtgesellschaftlichen Wirkungen gemessen. Eine Möglichkeit für entsprechende Analysen auf Basis programmgenerierter Berichtsdaten ist deren Verknüpfung mit amtlichen Sozial- und Regionalindikatoren. Am Beispiel des DigitalPakts Schule (DPS) diskutiert der Beitrag Potenziale und datenlogische Grenzen solcher Verknüpfungen.Als Vorbedingung für solche Analysen wird eine systematische Datenmanagement-Strategie beschrieben. Zentrale Bausteine sind die qualitätsgesicherte Integration der Länderberichte in eine Datenbankstruktur sowie ein dokumentiertes Regelwerk zur Prüfung und Aufbereitung der Einreichungen. Der so erzeugte Analysebestand wird mit weiteren Merkmalen angereichert und mit Sozial- und Regionalindikatoren zusammengeführt. Dabei werden verschiedene Matchingverfahren vorgestellt.Besondere Grenzen ergeben sich aus der fehlenden bundesweit konsistenten Individualreferenzierung von Schulen und Schulträgern. Dadurch ist häufig nicht eindeutig bestimmbar, welche einzelnen Schulen bzw. Schulträger aus der Grundgesamtheit erreicht wurden.Das Fallbeispiel DPS zeigt: Aussagen zu gesellschaftlichen Effekten lassen sich mit angereicherten Prozessdaten ableiten; bestimmte datenlogische Limitationen (Grundgesamtheit/Identifikatoren) bleiben dabei strukturell bestehen. Chair: Dr. Christin Czaplicki, Deutsche Rentenversicherung |
| E – Kollaboration in den Datenwissenschaften
- Vom Projekt zur Infrastruktur: Betrieb eines interdisziplinären Dienstes zur Verknüpfung von Survey- und Geodaten
Jan Goebel1, Maria Nieswand2, Alexander Jung1, Theodor Rieche2, Stefan Jünger3, Benjamin Zapilko3, Sujit Kumar Sikder2, Gotthard Meinel2 1: DIW Berlin, SOEP, Deutschland; 2: Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung, Deutschland; 3: GESIS - Leibniz-Institut für SozialwissenschaftenPräsentation Details Die interdisziplinäre Verknüpfung von Forschungsdaten unterschiedlicher Quellen aus verschiedenen Disziplinen durch Linked Data Service hat stark an Bedeutung gewonnen. Solche Dienste erfordern jedoch nicht nur technische Lösungen, sondern auch tragfähige Governance-Strukturen zwischen beteiligten Institutionen. Im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts Sozial-Raumwissenschaftliche Forschungsdateninfrastruktur (SoRa+) wurde eine technische und organisatorische Infrastruktur Geolinking Service SoRa (SoRa) aufgebaut, welche die Verknüpfung der Forschungsdateninfrastrukturen von GESIS, dem FDZ SOEP, sowie des IÖR-FDZ über interoperable Schnittstellen ermöglicht. Der Dienst ermöglicht die Beantwortung neuer interdisziplinärer Forschungsfragen an der Schnittstelle von Sozial-, Wirtschafts- und Raumwissenschaften. Zugleich ist SoRa so konzipiert, dass eine datenschutzkonforme Verknüpfung sensibler, insbesondere Survey- und Individualdaten mit Geodaten möglich ist. Aufgrund der besonderen Schutzbedürftigkeit dieser Daten kann eine solche Verknüpfung ausschließlich innerhalb gesicherter Forschungsumgebungen erfolgen, wie sie insbesondere Forschungsdatenzentren (FDZ) bereitstellen. Der Regelbetrieb von SoRa setzt dabei eine enge institutionsübergreifende Zusammenarbeit voraus, insbesondere in Bezug auf Rollenverteilung, Verantwortlichkeiten und Zugriffsregelungen. Perspektivisch kann SoRa um weitere FDZ erweitert werden. - Fachspezifische Bedarfe, fachübergreifende Infrastruktur: Zur Kooperation von Fachinformationsdiensten und dem Forschungsdatenzentrum Qualiservice
Sabine Imeri1, Paula Lein2, Viola Logemann2, Michaela Rizzolli2 1: Universitätsbibliothek Humboldt-Universität zu Berlin; 2: FDZ Qualiservice Details Aus verschiedenen Fachdisziplinen und wissenschaftlichen Communitys werden unterschiedliche Bedarfe an den Umgang mit qualitativen – insbesondere sensiblen – Forschungsdaten an Infrastrukturen, wie z.B. Forschungsdatenzentren herangetragen. Das Forschungsdatenzentrum (FDZ) Qualiservice an der Universität Bremen, das auf die Archivierung zur Nachnutzung qualitativer Forschungsdaten aus allen sozialwissenschaftlichen Disziplinen spezialisiert ist, setzt mit der Beteiligung an fünf Fachinformationsdiensten (FID) ein Kooperationsmodell um, das auf die notwendige Integration fachspezifischer Bedarfe in Forschungsdateninfrastrukturen reagiert: Im Rahmen der Kooperationen werden im engen Austausch mit den von den FID betreuten Communitys und ihren Fachgesellschaften passgenaue Archivierungslösungen und fachspezifische FDM-Beratungs- und Informationsangebote konzipiert. Die Kooperationen ermöglichen also eine maximale Nähe zwischen Forschenden und FDZ. Gleichzeitig entstehen dabei auch fachübergreifende Services und Lösungen, von denen qualitativ Forschende aller Disziplinen profitieren. In unserem Vortrag wollen wir nicht nur unser Kooperationsmodell vorstellen, sondern auch anhand von Beispielen aus unserer forschungsnahen Archivierungs- und Beratungspraxis aufzeigen, wie die FID eine zentrale Mittlerrolle zwischen Forschenden und Forschungsdateninfrastrukturen einnehmen können, sodass fachspezifische und fachübergreifende Bedarfe sich gewinnbringend zusammendenken lassen. - Reziprozität, Reputation & Datenqualität: Community-Datentreuhänder als Plattformen kollaborativer Datennutzung
Pascal Siegers1, Nils Jungmann1, Jan Rau2, Lina Stille1, Moritz Fürneisen2, Gregor Wiedemann2 1: GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften; 2: Leibniz-Institut für Medienforschung │ Hans-Bredow-Institut Details In der politischen Online-Kommunikationsforschung werden Textkorpora auf Grundlage des accountzentrierten Sampling generiert. Die Erstellung entsprechender Accountlisten ist mit hohem Aufwand verbunden und erfolgt häufig projektübergreifend redundant, da Accountverzeichnisse aufgrund ihrer datenschutzrechtlichen Sensitivität bislang kaum geteilt werden. Zudem besteht ein Kollektivgutproblem, da das Teilen solcher Listen anderen Forschenden potenziell Wettbewerbsvorteile im Hinblick auf Publikationen und Drittmittel verschafft. Als Lösungsansatz schlagen wir das Konzept einer Community-Datentreuhand (CDT) vor, in der Forschende Accountdaten in einer gemeinsamen Datenbank bündeln, wobei die Forschenden gleichermaßen Nutzende wie auch Datengebende sind. Der Beitrag untersucht, unter welchen Bedingungen eine solche Infrastruktur Wissenschaftler*innen zur gemeinschaftlichen Pflege eines Datenbestands aktivieren kann. Die empirische Grundlage bilden Co-Creation-Workshops mit Forschenden aus der Rechtsextremismusforschung. Aus den Diskussionen werden drei zentrale Aktivierungsdimensionen rekonstruiert: Reziprozität (Zugang nur gegen Beitrag), Reputation (Sichtbarkeit kuratorischer Arbeit und von Governance-Rollen) sowie Datenqualität (gemeinsam entwickelte Standards und arbeitsteilige Qualitätssicherung). Daraus leitet der Beitrag Gestaltungsprinzipien für kollaborative Datennutzung ab, die auf kontinuierliche Community-Beteiligung und partizipative Datengovernance angewiesen sind. - Schiffbruch mit Daten: Gefahren durch institutionelle Diskontinuitäten minimieren und Resilienz von Forschungsdaten stärken
Reiner Mauer1, Lisa Pegelow2, Jonas Recker1, Alexander Schuster3 1: GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften, Deutschland; 2: Forschungsdatenzentrum (FDZ) am IQB; 3: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und BildungsinformationPräsentation Details Viele Faktoren, die die langfristige Nutzbarkeit von Forschungsdaten beeinflussen, liegen direkt in unserer Hand als Datenanbieter: Formate, Metadaten, Prozesse und Systeme. Einige Risikofaktoren können wir hingegen kaum bis gar nicht direkt beeinflussen: katastrophale Ereignisse, politische Umschwünge oder Verlust der Finanzierungsgrundlage. Es gilt daher, den Lebenszyklus von Daten unabhängig von der Existenz der datenhaltenden Einrichtung zu denken. Forschungsdaten langfristig für die Nutzung zu erhalten, bedeutet Vorsorge für den Fall zu treffen, dass die datenhaltende Organisation selbst die anvisierte oder vertraglich zugesicherte Erhaltungsfrist nicht erfüllen kann. Erfolgen kann dies in Form einer Nachfolgeplanung, die in einer konkreten Vereinbarung mit anderen Organisationen mündet, die archivierten Daten zu übernehmen. Eine solche Nachfolgeplanung (auch in Zertifizierungsstandards thematisiert) wird idealerweise schon beim Aufbau eines Forschungsdatenzentrums mitgedacht, denn sie erfordert Vorlauf für Abstimmungen und ggf. Anpassungen in der technischen, organisatorischen und rechtlichen Sphäre. Der Beitrag diskutiert, wie Datenbestände und für ihre Nutzung nötige Services (z.B. sichere Zugangsumgebungen mit Output-Kontrolle) aus der ursprünglich datenhaltenden Organisation herausgelöst und an Nachfolgeeinrichtungen übergeben werden können. Er stellt ein im Verbund Forschungsdaten Bildung erarbeitetes Instrument zur Strukturierung der Nachfolgeplanung vor. | F – Daten in der Forschung. Umgang mit Herausforderungen II
- New Data from the German Pension Insurance: The Combined Demographic Histories (CDH)
Katharina Werhan1, Michaela Kreyenfeld2,3, Carla Rowold2, Sarah Schmauk3 1: Deutsche Rentenversicherung Bund; 2: Hertie School; 3: Einstein Center Population Diversity Details In our research project “Divorce and Diagnosis (DiDi)”, we examine how divorce impacts health and mortality in Germany. Up to date, there is no German data source that allows to analyze these interdisciplinary questions on the microdata level. Thus, we compiled a new dataset: the Combined Demographic Histories (CDH). The CDH integrates various types of register data from the German Pension Insurance into a single, comprehensive source. It includes information on employment, earnings, health, mortality, and selected family-related variables. The dataset opens up new avenues for research at the intersection of employment, health, and mortality, as well as certain aspects of family life, such as female fertility and divorce. The data covers the period from 2011 to 2024 and includes a random sample of 20% of the population in Germany with a pension account (approximately 15 million persons per year). The data will be updated annually and allows to observe individuals over time. In this presentation, we illustrate the setup and contents of the data and elaborate on how we will make the data available for other research projects. - Mobilität in Deutschland: Präzise Daten für eine Mobilität der Zukunft
Leon Straßgütl, Fabian Surges Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen, Deutschland
Details Trends wie das Homeoffice verändern die Mobilität in Deutschland. Um auf Änderungen reagieren und Entwicklungen antizipieren zu können, sind repräsentative Daten zur Alltagsmobilität erforderlich. Die Studie „Mobilität in Deutschland (MiD)“ ist eine der weltweit größten Erhebungen der Alltagsmobilität mit zuletzt 218.101 befragten Haushalten. Vor dem Hintergrund einer geringer werdenden Teilnahmebereitschaft und einer höheren Datenverfügbarkeit wird die Studie MiD aktuell von der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) weiterentwickelt. Im neuen Konzept sind zwei Studien vorgesehen: Die „MiD Basis“ wird alle fünf Jahre als groß angelegte Erhebung durchgeführt, um differenzierte Analysen zu ermöglichen. Ergänzt wird dies durch eine jährliche Panelbefragung, „MiD aktuell“, um kurzfristige Entwicklungen abbilden zu können. Um die Daten zur Nachnutzung verfügbar zu machen, wurde der BASt MobilityData-Campus (MDC) gegründet. Derzeit werden die Daten auf zwei Wegen bereitgestellt – höher aggregierte Daten zum Download und granularere Daten im Rahmen eines Remote Access. Um den Response Burden der Befragung zu verringern, sollen Wege zukünftig auch teilautomatisiert über Smartphone-basiertes Tracking erfasst werden. Diese Änderung im Erhebungsdesign stellt zugleich eine methodische Herausforderung dar. In Vorstudien wird aktuell geprüft, wie neue und klassische Erhebungsmodi in einer Befragung kombiniert und Sensordaten datenschutzkonform distribuieren zu können. - Was Forschende für die Sekundärnutzung qualitativer Daten brauchen: Eine Bestandsaufnahme aktueller Bedarfe, Barrieren und Lösungsansätze
Kati Mozygemba1, Tobias Gebel2, Heidemarie Hanekop3, Stella Köchling4, Thomas Lösch5, Gesa Saloga3 1: Universität Bremen, FDZ Qualiservice, Deutschland; 2: DIW Berlin, FDZ Betriebs- und Organisationsdaten, Deutschland; 3: SOFI Göttingen, FDZ eLabour, Deutschland; 4: Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Deutschland; 5: DIPF, Deutschland Präsentation Details Die Sekundärnutzung von sensiblen qualitativen Forschungsdaten ist zentral für die Weiterentwicklung einer nachhaltigen Forschungsdateninfrastruktur. Qualitative Daten sind reichhaltig, kontextreich und von hohem wissenschaftlichem Potenzial. Dennoch bleibt trotz erkennbarem Kulturwandel hin zum Data Sharing ihre Nachnutzung immer noch zögerlich und wird eher informell, in enger Kooperation mit den Primärforschenden umgesetzt. Gleichzeitig sind Forschende unsicher, wie sie an geeignete Sekundärdaten gelangen und welche Möglichkeiten der Nachnutzung bestehen. Um die Kultur der Nachnutzung qualitativer Daten adäquat zu fördern, braucht es Wissen darüber, welche Voraussetzungen Forschende heute als notwendig für die Sekundärnutzung ansehen und welche Hindernisse den Weg blockieren. Um ein Bild von realen Bedarfen, Barrieren und Lösungsansätzen aus der Forschungspraxis zu zeichnen und konkrete Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung der Forschungsdateninfrastruktur zu erhalten, führte QualidataNet einen Workshop mit Forschenden durch. Der Beitrag stellt die Ergebnisse des Workshops vor. Er zielt auf eine kritische Bestandsaufnahme der aktuellen Situation und trägt aktiv zur Verwirklichung des KSWD-Mottos „Data4Society“ bei, indem er die Stimme von Forschenden in die Gestaltung der Dateninfrastruktur einbringt – mit dem Ziel, eine verantwortungsvolle, nachhaltige und praxisnahe Forschungsdatenlandschaft zu schaffen, die die Besonderheiten qualitativer Forschung ernst nimmt. - DP-R|EX Metadatenanalyse: Strukturen empirischer Rassismus- und Rechtsextremismusforschung in Deutschland
Marlene Hilgenstock1, Alexander Jedinger1, Pascal Kolkwitz-Anstötz1, Pascal Siegers1, Theresa Manderscheid2, Mirna El Masri3, Jörg Dollmann3 1: GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Deutschland; 2: Qualiservice – Forschungsdatenzentrum für qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsdaten; 3: DeZIM – Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung Details Das Datenportal für die Rassismus- und Rechtsextremismusforschung (DP-R|EX) weist thematisch relevante Forschungsdaten aus verschiedenen Datenzentren und Repositorien nach und macht diese über Metadaten sicht- und durchsuchbar. Hierfür wurden kontrollierte Vokabulare entwickelt, die Theorien und Konzepte, gesellschaftliche (Minderheits-)Gruppen und Datenarten abbilden, die in den interdisziplinär geprägten Forschungsbereichen von Bedeutung sind. Auf Basis von mittlerweile fast 500 inhaltlich erschlossenen Studien (N = 484) wurde ein Datensatz generiert, der Inhalte und zentrale Erhebungscharakteristika der nachgewiesenen Studien quantitativ abbildet und deren Nutzungsstatistiken, soweit diese verfügbar sind. Diese Datengrundlage wird für eine Exploration der Datenlandschaft anhand der produzierten Forschungsdaten genutzt, wobei der Schwerpunkt auf FAIRen, nachnutzbaren Daten aus dem deutschsprachigen Raum liegt. Untersucht wird, (1) welche Konzepte in der empirischen R|EX-Forschung besonders häufig operationalisiert werden, (2) in welchen Kombinationen sie erhoben werden und (3) wie sich die Studienanalgen je nach Befragtengruppe oder Fokus auf Einstellungen zu bestimmten Minderheitsgruppen unterscheiden. Die Ergebnisse liefern einen systematischen Überblick über thematische Schwerpunkte und typische Operationalisierungsstrategien im Feld. Damit leistet die Analyse einen deskriptiv-analytischen Beitrag zur Transparenz und Reflexion der bestehenden Forschungslandschaft. | | 15:15-15:30 | Wechselpause | | 10:15–11:15 | Politisches Forum Stephan Albani, MdB Dr. Andrea Lübcke, MdB Prof. Dr. Kerstin Schneider, Vorsitzende des RatSWD Prof. Dr. Walter Radermacher, ehemaliger Generaldirektor des Statistischen Amtes der Europäischen Union Dr. Jan-Martin Wiarda, Moderation | | 16:45-17:15 | Kaffepause | Meet-the-FDZ: Schwerpunkt Wirtschaft, Umwelt, Verkehr & räumliche Daten
| | 17:15-18:15 | Pecha Kucha Session I: Forschungsdaten praxisnah: Produkte, Tools und Services Dr. Bernhard Miller, Moderation
DetailsDie Beschäftigungsstatistik schwerbehinderter Menschen (BsbM): Beschreibung und Forschungspotenzial Karolin Hiesinger, Laura Pohlan, Franka Vetter Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Deutschland
Neues aus den Forschungsdatenzentren Marie-Christine Laible1, Hans-Ullrich Mühlenfeld2, Benjamin Fuchs3 1: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge; 2: Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen; 3: Kraftfahrt-Bundesamt
Effiziente Auswertung großer Datenvolumina mit R Veronika Chakraverty, Oliver Hauke Statistisches Bundesamt, Deutschland
BERD Research Data Marketplace - Sichere Datenkooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft Florian Stahl, Lennart Reissner, Regina Jutz Universität Mannheim, Deutschland
Forum4MICA - Das Diskussionsforum rund um Forschungsdaten Martina Baumann Leibniz Institute für Bildungsverläufe, Deutschland | | 18:15-19:15 | RatSWD Lecture Ehrung für herausragende Verdienste für die Sozial- und Wirtschaftsforschung Prof. Dr. Walter Radermacher Laudatio: Dr. Ruth Brand, Präsidentin des Statstisches Bundesamtet Präsentation | | 19:15-21:15 | Abendempfang
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