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Vorläufiges Programm

der 9. Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten (Stand: 27.01.2023)

 

Tag 1 - Montag 27. März 2023

Ab 12:30Registrierung
13:15–13:30Begrüßung
Prof. Dr. Monika Jungbauer-Gans, Vorsitzende des RatSWD
Prof. Dr. Christof Wolf, Leiter des Konsortiums für die Sozial-, Verhaltens-, Bildungs- und Wirtschaftswissenschaften (KonsortSWD)
13:30–14:00Eröffnungsrede
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Jens Brandenburg
14:00–14:45Plenarvortrag I
How flexible data collection (Could) have helped in the Corona, Migration, Financial and Environmental Crises

Prof. Rory Fitzgerald, Direktor des European Social Survey [auf Englisch]
Abstract Responses to recent grand challenges have been significant across different scientific domains. For example, ELIXIR has played a key role in mobilizing public data infrastructure to enable research data-sharing via a COVID-19 Data Portal. A strong response has also been seen for the social sciences with examples like the UK Covid-19 infection study and the Mannheim Corona study highlighting the crucial role of surveys in understanding the pandemic. However, such initiatives have often been focused at the national level leaving some countries in Europe with poorer data landscapes. This makes cross-national comparisons difficult if not impossible. On the other hand, the Green New deal mission in Horizon Europe has strongly supported a European approach to measuring greenhouse gas emissions in real time. Social science measurement addressing climate change is, however, poorly supported.
This presentation will make the case for an upgraded and ambitious infrastructure in the social sciences at the European level to better harness the potential of this domain to address current and future challenges. Ideas for a potential future blueprint will be discussed highlighting both the challenges and opportunities.
15:00–16:30Parallelforen I (A–D)
A – Registerdaten nutzen: Chancen und Herausforderungen
Prof. Dr. Thiess Büttner
Dr. Stefan Lange
Dana Müller
Prof. Dr. Tobias Thomas
B – Krisen, Daten, Infrastrukturen – wie kann die Wissenschaft dynamischen Anforderungen begegnen?
Prof. Dr. Andreas Diekmann
Daniel Lorenz
Prof. Dr. Jutta Mata
Abstract Verschiedenste gesellschaftliche Krisen (Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Klimakrise) stellen auch in Deutschland Politik und Wissenschaft vor besondere Herausforderungen. Um in Krisensituationen evidenzbasierte Entscheidungen zu treffen, sind Politiker:innen auf schnelle und belastbare Forschungsergebnisse angewiesen. Diese benötigen qualitätsgesicherte Daten, die schnell erhoben, aufgearbeitet und offen bereitgestellt werden müssen. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass es einer besseren Koordination von Datenerhebungen bedarf, um auf gesellschaftliche Krisen schneller und gezielter zu reagieren. Der RatSWD hat dazu in einer Arbeitsgruppe Lösungsansätze entwickelt. Darunter ein modularer Katalog mit standardisierten Erhebungsinstrumenten zu soziodemographischen und krisenbezogenen Variablen. Im Panel diskutieren Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Disziplinen, wie sich die Forschung besser für Krisen wappnen kann. Wie können die Zugänglichkeit und Interoperabilität von politikrelevanten Daten erhöht werden? Wie können Prozesse zur Datengewinnung beschleunigt und besser koordiniert werden? Welche Infrastrukturen werden mittel- und langfristig benötigt und wie können diese aufgebaut werden?
C – Herausforderungen für das Forschungsdatenmanagement kleiner Projekte. Ein praktischer Austausch.
Dr. Michaela Rizzolli
Prof. Dr. Henning Schluß
Dr. Thomas Wöhler
Abstract Forschungsdatenmanagement (FDM) stellt besonders für solche Projekte eine Herausforderung dar, die nicht auf eine Infrastruktur und auf spezialisiertes Personal mit entsprechendem Knowhow zurückgreifen können. Wir sprechen in diesem Sinne von kleinen Projekten. Der RatSWD hat in der aktuellen Wahlperiode eine AG ins Leben gerufen, die unterstützende Maßnahmen für das FDM kleiner Projekte entwickelt hat: Zum einen eine Handreichung, die gerade für den Einstieg in das Thema FDM das nötige Handlungswissen in knapper und leicht zugänglicher Weise zusammenfasst. Zum anderen ein Foliensatz, der in der Aus- und Weiterbildung von Forschenden zum Einsatz kommen kann. In dieser Session ist ein Austausch mit Vertreter:innen unterschiedlicher FDM-Praxisbereiche geplant, um ihre Erfahrungen mit FDM aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren. Hierzu haben wir Gäste aus der qualitativen und quantitativen Forschung sowie aus einem FDZ und einer generischen FDM-Beratungsstelle eingeladen. Ziel ist es, gemeinsam Wege des Umgangs mit den Herausforderungen des FDM zu erörtern und den Teilnehmenden für unterschiedliche Fragen aus ihrer Forschungspraxis Lösungsansätze an die Hand zu geben.
D - Open Up Data Reuse: Wie kann eine neue Forschungsdaten Governance aussehen?
Dr. Clemens Blümel
Prof. Dr. Margrit Seckelmann
Hannes Wünsche
Abstract Eine Kultur offener Wissenschaft lebt von offenem und breitem Austausch unterschiedlichster Daten. Immer noch bleibt viel Datenmaterial in der Wissenschaft ungenutzt. Damit Forschungsdaten breiter genutzt werden, muss die Kultur des Datenaustauschs gefördert werden. Dazu ist auch eine Diskussion der Governance bei der Forschungsdaten-Nutzung nötig, gerade in sensiblen Sektoren, wie im Bereich von Bildung und Gesundheit. In dieser Session diskutiert ein offenes Panel, wie der Zugang zu Daten in der Wissenschaft gestaltet werden kann, um Sicherheitsbedürfnisse und Schutzrechte zu gewährleisten und gleichzeitig den offenen Austausch zu ermöglichen. Wie wird dieses Spannungsfeld zwischen Öffnung und Governance in unterschiedlichen Disziplinen wahrgenommen? Wie muss der Zugang zu Forschungsdaten gestaltet sein, damit auch sektorübergreifende Zusammenarbeit (Austausch mit der Zivilgesellschaft oder der Wirtschaft) möglich ist? Wie können digitale Infrastrukturen die Zusammenarbeit und Nachnutzung von Daten und Code verbessern? Ziel ist es, Bedarfe, Strukturen und Herausforderungen bei der Nutzung von Daten aus unterschiedlichen (disziplinären) Perspektiven zu diskutieren. Die Session wird im Format einer offenen Podiumsdiskussion durchgeführt, die den Austausch mit den Teilnehmenden explizit ermöglicht.
17:15–17:45Präsentation wissenschaftlicher Poster
durch Nachwuchswissenschaftler:innen in den Forschungsdatenzentren
Format: Elevator Pitch
17:45–18:15DFG-Infrastrukturschwerpunktprogramm "Neue Datenräume für die Sozialwissenschaften"
Prof. Dr. Cordula Artelt
Dr. Eckard Kämper
Prof. Dr. Corinna Kleinert
Prof. Dr. Stefan Liebig
Prof. Dr. Alexander Mehler
Prof. Dr. Reinhard Pollak
Abstract Die DFG hat Ende 2022 das Infrastrukturschwerpunktprogramm „Neue Datenräume für die Sozial-wissenschaften“ eingerichtet – ein für die Sozialwissenschaften neuartiges Förderformat. Es will standortübergreifende und kollaborative Methodenforschung mit, für und im Kontext bestehender Forschungsdateninfrastrukturen initiieren und damit Möglichkeiten eröffnen, neue Methoden und Verfahren der Datengenerierung zu erproben, Best-Practice-Beispiele für Datenerhebung und Datenintegration zu entwickeln und so die Datenqualität zu verbessern und Innovationen in bestehende Datenerhebungsprogrammen zu entfalten. Mit einer Ausschreibung von März 2023 ruft die DFG zur Einreichung von Einzelanträgen im Rahmen dieses Infrastrukturschwerpunktprogramms auf. Die Veranstaltung führt in die Ziele des Programms ein. Ein Vertreter der DFG wird für Informationen zu Antragsmodalitäten zur Verfügung stehen.
18:30–19:15RatSWD Lecture
Ehrung von Prof. Regina Riphahn, Ph.D. für ihre herausragenden Verdienste für die Sozial- und Wirtschaftsforschung
Laudator: Prof. Dr. Bernd Fitzenberger
Abstract Der Vortrag betrachtet verschiedene Ebenen des Zusammenhangs zwischen wissenschaftlicher Evidenz und politischen Entscheidungen. Es wird ein breiter Bogen gespannt, der die Einstellung der Mitglieder des deutschen Bundestages zur Rolle von Wissenschaft und Forschung anspricht, internationale Beispiele für innovative Ansätze der Evidenzbasierung in der Verwaltung beschreibt, Lehren der OECD zur Evidenzbasierung zusammenfasst und schließlich auf den für jegliche Evidenz erforderlichen Datenzugang und entsprechende Desiderate eingeht.
19:15–19:30Verkündung der Wahlergebnisse
Wahl des RatSWD (8. Berufungsperiode)
Ab 19:30Posterausstellung und Netzwerkabend (Abendausklang mit Möglichkeit zur Vernetzung)

Tag 2 - Dienstag 28. März 2023

Ab 09:15Registrierung
09:45–10:30Plenarvortrag II
Prof. Dr. Jürgen Pfeffer
10:30–11:00Pecha Kucha
Vorstellung von Praxisbeispielen der Zusammenarbeit von Datenanbietenden und Datennutzenden im interaktiven Tandem-Format
11:15–12:00Plenarvortrag III
Scientific Impact of Research Infrastructures
[auf Englisch]
Prof. Joachim Schöpfel, PhD, Université de Lille
Prof. Daniel Egret, PhD
Prof. Renaud Fabre, PhD
Abstract The assessment of the scientific impact of research infrastructures requires clear, relevant indicators of scientific production, their conditions and uses. We will present results from a participatory survey with managers of large research infrastructure in France, commissioned by the French Ministry of Higher Education, Research and Innovation. One recommendation is that the process be continued at the international level, in particular to harmonize the relevant indicators, clarify the classification of scientific fields, build a shared approach, and strengthen the scientific and professional deployment of standard metrics. As a first step of such an international approach, we propose a study on similar practices in Germany, with large research infrastructures (DESY, ICOS, GSI, EMBL...) and with other German partners.
12:00–12:15Verleihung Poster-Preis
Auswahl durch Posterkommission und Publikumsabstimmung
13:15–14:45Parallelforen II (E–H)
E – Kommt ein Bildungsverlaufsregister für Deutschland?
Dr. Alexandra Blanke
Dr. habil. Tobias Brändle
Prof. Dr. Bernd Fitzenberger
Dr. Christel Figgener
Abstract Um evidenzbasiert steuern bzw. beraten zu können, brauchen Politik und Wissenschaft aktuelle und gute Bildungsdaten. Das Wissen über Bildungsverläufe und Bildungserträge ist in Deutschland im europäischen Vergleich jedoch gering, und dieser Mangel erschwert sowohl das Monitoring als auch die Steuerung des Bildungssystems. Das nun von Bund und Ländern geplante Bildungsregister verspricht Besserung. Wo stehen wir da und welche Herausforderungen zeichnen sich ab? Nur wenn die Wissenschaft Zugang zu diesen Daten bekommt, werden wichtige gesellschaftliche Fragestellungen beantwortet werden können. Dazu müssen Ängste, z.B. vor dem „gläsernen Schüler“ adressiert werden, um Bedenken auszuräumen. Diese und weitere Aspekte rund um das Bildungsverlaufsregister thematisiert die Session im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Impulsvorträgen aus Wissenschaft, Politik und Dateninfrastruktur.
F – Sprechen die Daten für sich?
Dr. Oliver Bruttel
Dr. Brigitte Mathiak
Dr. Tomasz Miksa
Abstract Diese Session bringt verschiedene Perspektiven auf aktuelle Entwicklungen zur Datenerschließung zusammen: zunehmend sollen größere Datenmengen zur Verfügung gestellt und in einer Weise erschlossen werden, die auch eine automatische Verbindung über verschiedene Quellen hinweg ermöglicht (machine-actionable). Unter dem Schlagwort "open data" soll außerdem ein möglichst großer Personenkreis Zugang zu diesen (großen) Daten bekommen. Die Erwartung dabei ist, dass sowohl die Zusammenführung mit anderen Daten als auch Analysen durch selbstlernende Verfahren zu neuen Erkenntnissen und gegebenenfalls auch Produkten führen. Wenngleich die Bereitstellung solcher (großen) Daten finanziell von der öffentlichen Hand gefördert wird, stellt sie Datenanbieter dennoch vor eine schwierige Aufgabe. Die Gäste geben in ihren Vorträge Impulse, die einen Einstieg in eine offene Diskussion mit dem Publikum bieten.
G – Zukunft der Forschungsethik
Prof. Dr. Iris Pigeot
Heidi Schuster
Prof Dr. Hella von Unger
Abstract Forschungsethische Fragen betreffen die Auswirkungen von Forschung auf die beteiligten Personen, Gruppen oder Systeme ebenso wie das Verhältnis zwischen möglichen Belastungen der Teilnehmenden und der Freiheit der Forschung sowie dem zu erwartendem Erkenntnisgewinn. Neue weitreichende Herausforderungen für forschungsethische Fragen ergeben sich unter anderem durch neue Methoden und technologische Entwicklungen der Datenerhebung und -analyse, die gestiegene Komplexität von Forschungsdesigns und Verlinkung unterschiedlicher Datensätze sowie aufgrund veränderter gesetzlicher Grundlagen.In der Session „Zukunft der Forschungsethik“ bringen drei erfahrene Expertinnen in Impulsreferaten unterschiedliche Perspektiven auf aktuelle und künftige forschungsethische Herausforderungen ein. Sie thematisieren hierfür die möglichen Auswirkungen der neuen EU-Digitalstrategie auf die Forschung, nehmen forschungsethische Herausforderungen im Kontext von qualitativer Forschung in Zeiten von Open Access und digitaler Vernetzung in den Blick und betrachten die Thematik vor dem Hintergrund umfassender Erfahrungen in Ethikkommissionen bzw. Arbeitsgruppen. In der anschließenden Diskussion sollen die Erfahrungen und Erwartungen der Teilnehmenden aus Anwender:innensicht mit den dargestellten Inhalten zusammengeführt werden.
H - Sozio-demographische Variablen in Umfragen: Forschungspotentiale durch Harmonisierung steigern
Dr. Jürgen Hoffmeyer-Zlotnik
Lennart Palm
Melanie Partsch
Andrés Saravia
Dr. Silke Schneider
Abstract Zunehmend besteht Interesse daran, Daten verschiedener Umfragen nachträglich zusammenzuspielen, um neue Forschungsfragen bearbeiten zu können. Ein prominentes Beispiel war die Frage, welche sozio-demographischen Faktoren das Risiko der Erkrankung an Covid-19 fördern, die sich in der Pandemie-Anfangsphase mangels ausreichend großer Datensätze nicht beantworten ließ. Als Daten aus verschiedenen Projekten verfügbar wurden, waren die sozio-demographischen Variablen nicht vergleichbar. Dies behindert generell die Interoperabilität von Daten. Es gibt zwei Lösungen für dieses Problem: Input- und Output-Harmonisierung. Bei der Input-Harmonisierung werden standardisierte Fragebogenitems genutzt. Diese Lösung führt zur höchsten Vergleichbarkeit. Die Output-Harmonisierung wird genutzt, wenn der Einsatz standardisierter Fragen nicht (mehr) möglich ist. Output-Harmonisierung überführt konzeptuell vergleichbare Variablen in ein gemeinsames Kategorienschema. In der Session werden beide Lösungen in vier kurzen Input-Vorträgen vorgestellt, und anschließend mit dem Publikum diskutiert. KonsortSWD und RatSWD entwickeln Dienste, die die breitere Anwendung beider Verfahren ermöglichen.
15:00–15:45Plenarvortrag IV
Der Weg zu einem deutschen Dateninstitut - Hintergrund, Konzept und Fortschritte 2023

Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider
AbstractDer Koalitionsvertrag verspricht die Einrichtung eines nationalen Dateninstituts. Eine fünfköpfige Gründungskommission hat auf dem Digitalgipfel der Bundesregierung im Dezember 2022 ihre ersten Ideen vorgestellt. Seitdem wird das Konzept weiterentwickelt mit dem Ziel der zeitnahen Ausgründung des Dateninstituts. Der Vortrag stellt Hintergründe und aktuelles Konzept des Dateninstituts vor, erläutert die Entwicklungen seit dem Digitalgipfel und thematisiert auch den zukünftigen Nutzen des Dateninstituts für Akteure aus der Wissenschaft.
16:15–17:45Parallelforen III (I–L)
I – Rolle Datenjournalismus in Wissenschaft, Politik und Medien
Prof. Dipl. Journ. Christina Elmer
Björn Schwentker
Abstract Datenjournalismus meint die Sammlung, Aufbereitung und Analyse von Daten sowie ihre Verarbeitung in journalistischen Darstellungsformen. In den letzten Jahren wurde er zunehmend institutionalisiert, etwa durch die Schaffung von eigenen auf Datenrecherche und -analyse spezialisierten Ressorts in großen Redaktionen. Krisen wie die Corona-Pandemie haben erneut die Bedeutung von Daten für politische Entscheidungen verdeutlicht. Auch der Datenjournalismus hat damit an Einfluss gewonnen, und in manchen Fällen mag er in Konkurrenz zur Datenanalyse in der Wissenschaft treten.
Datenjournalismus hat naturgemäß eine andere Schwerpunktlegung als die wissenschaftliche Datenanalyse: So arbeiten Journalist:innen meist schneller und Output-orientierter, während wissenschaftliche Ergebnisse oft erst mit großem Zeitverzug veröffentlicht werden. Das Spannungsverhältnis zwischen zeitnaher Veröffentlichung von datengetriebenen Analysen und wissenschaftlicher Qualitätskontrolle besteht damit nicht mehr nur innerhalb der Wissenschaft, sondern auch zwischen Datenjournalismus und Wissenschaft. Herausforderungen für den Datenjournalismus bestehen auch hinsichtlich des Zugangs zu geeigneten Daten und der Fähigkeit, Daten im Kontext aktueller Berichterstattung kompetent und kritisch auszuwerten.
Die Podiumsdiskussion mit Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis soll die Bedeutung und die Verantwortung des Datenjournalismus beleuchten, die Chancen und Herausforderungen des Zusammenspiels von Wissenschaft, Politik und Medien bei der datenbasierten Analyse aktueller politischer und gesellschaftlicher Fragen beleuchten.
J – Herausforderungen bei der wissenschaftlichen Erhebung und Nutzung unstrukturierter Daten
Prof. Dr. Theresa Gessler
Prof. Dr. Florian Keusch
Dr. Katrin Weller
Abstract Die zunehmende Digitalisierung unserer Lebenswelt in den letzten Jahrzehnten hat zu einer Reihe von neuen Datenquellen für die Sozial-, Verhaltens und Wirtschaftswissenschaften geführt. Diese Daten haben häufig gemeinsam, dass sie nicht in Form eines festen Datenformates vorliegen. Sie werden unter dem Begriff „unstrukturierte Daten“ (z. B. Twitter-Nachrichten, Log-Daten, Videos) zusammengefasst. Unstrukturierte Daten stellen spezifische Herausforderungen an die Datengenerierung, -aufbereitung und -auswertung. Im Rahmen von Vorträgen aus unterschiedlichen Disziplinen werden der Nutzen dieser Daten für die empirische Forschung anhand aktueller Anwendungsbeispiele illustriert und zentrale Herausforderungen bei der Nutzung thematisiert. In einer gemeinsamen Diskussion sollen Wege des Umgangs mit diesen Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen in diesem Themenbereich angesprochen werden. Im Rahmen dieser Session werden auch die Empfehlungen zur Nutzung unstrukturierter Daten, die von einer RatSWD-Arbeitsgruppe entwickelt wurden, vorgestellt.
K – Forschungsdatenmanager:innen dringend gesucht! – Professionsentwicklung im Bereich Data Stewardship
Prof. Dr. Oliver Falck
Daniela Hausen
Henriette Senst
Cord Wiljes
Abstract Schätzungen von Barend Mons in der Zeitschrift Nature im Jahr 2020 zufolge werden künftig 500.000 Data Stewards in Europa erforderlich sein, um die etwa 10 Millionen wissenschaftlichen Datenproduzierenden der diversen Fachdisziplinen zu unterstützen. An Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Bibliotheken zeichnen sich entscheidende Entwicklungen ab: Die Einrichtung neuer Stellen und interdisziplinärer, (inter-)nationaler Netzwerke zur Unterstützung der Forschenden im Forschungsdatenmanagement. Denn die prozessbegleitende Aufbereitung und Dokumentation von Forschungsdaten entlang ihres Lebenszyklus für die Nachnutzung erfordern spezifische Fachkompetenzen. Die Session stellt Aufgaben im Bereich des Forschungsdatenmanagement vor, beschreibt dafür benötigte Fachkompetenzen und arbeitet heraus, welche Berufsbilder zur Gewährleistung eines qualitätsgesicherten und effizienten Forschungsdatenmanagements künftig erforderlich sind. Darüber hinaus wird diskutiert, wie sozialwissenschaftliche Forschungsvorhaben gut begleitet werden können und sich die neuen Zentren optimal mit der bestehenden nationalen und internationalen Dateninfrastruktur vernetzen können.
L - Use cases and benefits of persistent identifiers for dataset elements to foster reliable data citation
Dr. Janete Saldanha Bach [auf Englisch]
AbstractThe session discusses current data citation hurdles in the Social Sciences and a technical solution provided by KonsortSWD which aims at making findability and accessibility on the level of dataset elements, such as survey variables, more efficient. Researchers often use just a subset of variables of a study. Thus, assigning a persistent identifier (PID) to a whole dataset, currently the common practice in the Social Sciences, is insufficient to unambiguously identify the dataset elements used. This is where KonsortSWD’s PID service comes in as it introduces PIDs on the level of dataset elements to boost reliable data citation and reuse, and finally advanced FAIR data management. The session addresses the advantages and benefits of assigning PIDs to dataset elements through use cases showing how researchers can effortlessly find and cite data. Data providers can also directly benefit from a more fine-grained PID approach, as it improves citation tracking and data visibility.
18:00–19:30Parlamentarischer Abend
Moderation: Jan-Martin Wiarda
Podiumsgäste:
Franziska Hoppermann, MdB (CDU)
Prof. Dr. Monika Jungbauer-Gans, Vorsitzende des RatSWD
Prof. Dr. Andreas Peichl, Direktor ifo-Institut
19:30–21:30Abendempfang