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Arbeitsprogramm 2014–2017

Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) hat sich für die aktuelle Berufungsperiode 2014–2017 nachfolgendes Arbeitsprogramm zur Weiterentwicklung der Dateninfrastruktur in den Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften gegeben. Der Datenzugang für die Wissenschaft, Forschungsethik, der Zensus 2021, Koordination der deutschen Panelstudien und Big Data stehen dabei im Fokus. Sie ergänzen seine permanenten Aufgaben, wie zum Beispiel den Dialog zwischen empirischer Wissenschaft und Datenproduzierenden.

Permanente Aufgaben

  • Beobachtung der nationalen und internationalen rechtlichen Entwicklung zur Datenbereitstellung
  • Beteiligung an europäischen und anderen internationalen Aktivitäten zur Datenbereitstellung
  • Nachverfolgung der Empfehlungen, bspw. zu Geodaten
  • Unterstützen der Entwicklung im Bereich „virtuelle Forschungsumgebung“
  • Abstimmung mit dem Rat für Informationsinfrastrukturen (RII)
  • Organisation von Veranstaltungen bei besonderen Ereignissen, z.B. 10-Jahres­feier des RatSWD oder 7. Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten (KSWD) 2017

Datenzugang

1  Zugang zu Daten der amtlichen Statistik (Finanzierung und Entgeltregelung)
Für den Zugang zu den Daten der amtlichen Statistik wird ein Entgeltmodell verwendet, welches bei Datennutzenden auf Kritik stößt. Im Austausch zwischen Datennutzenden und Datenanbietenden soll eine Lösung des Finanzierungsproblems gefunden werden.

  • Format: Einrichtung einer Arbeitsgruppe und ggf. Veranstaltung eines Workshops
  • Zeitraum: Daueraufgabe (bis zur Lösung)

2  Bildungsdaten
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen bemängeln den beschränkten Zugang zu Bildungsdaten für Forschende. Thematisiert werden u. a. Bestand und Bereitstellung von Schülerkerndatensätzen der Länder und die Bereitstellung von Bundesland-Kennungen in großen Datensätzen.

  • Format: Gespräche mit Datenproduzierenden, ggf. Resolution verabschieden
  • Zeitraum: Start Frühjahr 2015, Abschluss bis 2017

3  Zugang zu administrativen Gesundheitsdaten
Verschiedene Einrichtungen (z.B. DIMDI, Krankenkassen, BMG) verfügen über umfangreiche Daten aus dem Gesundheitssystem, die der Wissenschaft meist nicht oder nur mit hohem Aufwand zur Verfügung stehen. Hier wird ein Zugang zu den sensitiven Daten wie etwa bei der Deutschen Rentenversicherung oder der Bundesagentur für Arbeit – unter Einhaltung des Datenschutzes – angestrebt.

  • Format: Einladungen zu Sitzungen, Gespräche über Optionen, ggf. Workshops und Umsetzung von Lösungsvorschlägen. Der RatSWD kann eine Resolution erarbeiten, sobald eine „Inventur“ der Datenbestände aufbereitet hat.
  • Zeitraum: Start Frühjahr 2015, Abschluss Ende 2016

4  Zugang zu Mikrodaten aus Ministerien
Viele Bundesministerien verfügen über umfangreiche Daten aus dem Verwaltungsvollzug und aus Erhebungen, die der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden sollten.

  • Format: Nach Bestandsaufnahme Vorgespräche über Optionen für Datenbereitstellung, ggf. Workshops und Umsetzung von Lösungsvorschlägen. Der RatSWD kann eine Resolution erarbeiten, sobald eine „Inventur“ der Datenbestände aufbereitet hat.
  • Zeitraum: Vorarbeiten ab Dezember 2014, Abschluss Ende 2016

Forschungsethik

Die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen in den Sozial-, Verhaltens-, und Wirtschaftswissenschaften in Deutschland mit Bezug auf Datenzugang, -bereitstellung und -archivierung hinkt internationalen Standards und den Standards anderer Disziplinen hinterher und genügt nicht den Anforderungen von Wissenschaft und Gesellschaft. Zu den ausstehenden Aufgaben gehören die Erarbeitung von Leitlinien für Ethikkommissionen und Empfehlungen zu Standards bei Einwilligungen von Respondenten oder für das Zusammenspielen von Daten.

  • Format: Arbeitsgruppe erarbeitet Empfehlungen
  • Zeitraum: Start Frühjahr 2015, Abschluss Ende 2015/Anfang 2016

Weiterentwicklung Dateninfrastruktur

1  Akkreditierung
Die Richtlinien und Kriterien für die Akkreditierung von Forschungsdatenzentren (FDZ) sollen vor dem Hintergrund der Erfahrungen und neuer Entwicklungen und mit Blick auf mögliche Reakkreditierungen diskutiert und überarbeitet werden.

  • Format: Gemeinsame Arbeitsgruppe von RatSWD und Ständigem Ausschuss Forschungsdateninfrastrukturen (FDI) erarbeitet Bericht, RatSWD verabschiedet Verfahrensvorgaben
  • Zeitraum: Start Dezember 2014, Zwischenbericht April 2015, Verabschiedung Frühjahr 2016

2  Berichtswesen: FDZ und FDI Ausschuss
Forschungsdatenzentren (FDZ) und Datenservicezentren übermitteln jährliche Kennziffern an den Ständigen Ausschuss Forschungsdateninfrastruktur (FDI) beim RatSWD. Die Spezifikation der Kennziffern soll überprüft und ihre Verwendung im Rahmen eines jährlich zu erstellenden Tätigkeitsberichts verlässlich und nachhaltig gestaltet werden.

  • Format: Gemeinsame Arbeitsgruppe von RatSWD und FDI erarbeitet Bericht, RatSWD verabschiedet Verfahrensvorgaben
  • Zeitraum: Start Frühjahr 2015, Zwischenbericht Dezember 2015, Verabschiedung Frühjahr 2016

3  Evaluation und Reakkreditierung
Bislang wurden stetig weitere Forschungsdatenzentren (FDZ) durch den RatSWD akkreditiert, ohne deren Bedeutung und Wirksamkeit zu prüfen. Es ist zu prüfen, in welcher Form allgemeine Standards, Evaluationen und Reakkreditierungsrichtlinien für die Ausgestaltung der deutschen Forschungsdateninfrastrukturlandschaft hilfreich sein können. Hierzu sind ggf. Kriterien zu erarbeiten.

  • Format: Gemeinsame Arbeitsgruppe von RatSWD und FDI erarbeitet Bericht, RatSWD verabschiedet Verfahrensvorgaben
  • Zeitraum: Start Frühjahr 2015, Zwischenbericht Sommer 2015, Verabschiedung Frühjahr 2016

4  Harmonisierung: Web, Dokumentation, Outputkontrolle
Viele operative Arbeiten bieten für alle Forschungsdatenzentren (FDZ) vergleichbare Herausforderungen. Hier kann eine Harmonisierung von Standards, Arbeitsschritten und Dokumentationen, ebenso wie ein Methodenabgleich bei der Outputkontrolle zu Effizienzgewinnen führen.

  • Format: Gemeinsame Arbeitsgruppe von RatSWD und FDI erarbeitet Bericht, RatSWD verabschiedet Verfahrensvorgaben
  • Zeitraum: Start Sommer 2015, Arbeitsgruppenbericht Frühjahr 2016, Verabschiedung Sommer 2016

5  Metastrukturen: Datenzugang und FDZ-Landschaft
Im Vordergrund stehen die Verbesserung der Unterstützung von Nutzerinnen und Nutzern bei der Datensuche ebenso wie die Gestaltung zukünftiger Strukturen der Forschungsdateninfrastruktur insgesamt. Neben Informationsangeboten sind Optionen zu stärkerer Vernetzung zwischen Forschungsdatenzentren („FDZ im FDZ“) zu prüfen.

  • Format: Gemeinsame Arbeitsgruppe von RatSWD und FDI erarbeitet Bericht, RatSWD verabschiedet Empfehlungen
  • Zeitraum: Start Dezember 2015, AG-Endbericht Sommer 2016, Verabschiedung Dezember 2016

Zensus 2021

Die Erhebungsmethodik des Zensus 2011 soll mit Blick auf Lehren und Weiterentwicklungen für den nächsten Zensus evaluiert werden. Dabei erfolgt eine Identifizierung von Verbesserungspotentialen auch aus dem Vergleich internationaler Erfahrungen, um den Gesetzgebungsprozess und die Vorbereitungen zum Zensus 2021 zu unterstützen.

  • Format: Einsetzen einer Arbeitsgruppe, ggf. Vorbereitung eines internationalen Workshops
  • Zeitraum: Start Anfang 2015, Workshop Ende 2015, Abschluss Mitte 2016

Koordinierung Paneldaten

In Deutschland werden zahlreichen Paneldatensätze erhoben. Auf Basis einer „Inventur“ bzgl. Stand, Finanzierung, zeitlicher Perspektive und Nachhaltigkeit der Panelstudien werden Bedarf und Optionen für die Weiterentwicklung der Datensätze ebenso diskutiert wie die spezifischen Probleme von Umfragen und Umfrageinstituten, Qualitätsstandards und der Methodenforschung zu Möglichkeiten und Techniken der Datenverknüpfung.

  • Format: Aufbauend auf Vorarbeiten entwickelt eine Arbeitsgruppe des RatSWD Empfehlungen
  • Zeitraum: Start Mitte 2015, Abschluss bis Ende 2016

Relevanz von Big Data für die Wissenschaft

Der RatSWD setzt sich mit der aktuellen Diskussion und den Entwicklungen im Bereich Big Data sowie ihrer Bedeutung für die empirische Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftsforschung auseinander. Hierbei spielen Themen wie die Qualität von Big Data, die Bedeutung von Big Data für die Forschung, Dokumentation von Big Data oder auch Datenzugang zu Big Data eine Rolle.